Kleine Rundfibel

Kleine Fibeln kann man immer gebrauchen, für das Untergewand, für die Wadenwickel, den leichten Umhang usw. Diese müssen nicht unbedingt vom alleredelsten sein, sondern in erster Linie ihren Zweck erfüllen.

Materialien:
Kupferdraht , Durchmesser 5 mm und 2 mm [geübtere Handwerker können auch Rotgußstangen (Schmiedebronze) oder auch Eisennägel verwenden. Bei Eisen sei bei Fibeln allerdings nicht unbedingt die Kaltschmiedemethode empfohlen.]
Werkzeuge:
Schraubstock, kleiner Amboß (ein Stück Eisenbahnschiene tut es auch; gibt's als Abfall in jedem Bahnbetriebswerk oder auf dem Schrottplatz) 500 g Schlosserhammer, Plastikhammer, Körner, Eisensäge, ein paar alte Ratschennüsse mit Außendurchmesser 20 mm bzw. 25 mm (Schlüsselweite 18 mm bzw. Schlüsselweite 19 mm, je nach Fiebeldurchmesser), Feilen, Schlosserfeilen und Schleifleinen.

Als erstes wird der 5 mm Kupferdraht um die Ratschennuß gehämmert. Dies geschieht ähnlich wie bei den Riemenschnallen, nur treiben wir hier den Kupferdraht so lange, bis wir einen Kreis erhalten (Bild 3). Dieser Kreis wird in sich etwas verdreht sein, deshalb wird es auf dem Amboß gerichtet. Mit der Eisensäge kappen wir die Enden so, das eine Lücke von etwa einem halben cm bleibt.

Als nächstes wird der Dorn angefertigt. Dazu ein Stück 2 mm Kupferdraht nehmen und das eine Ende als schiefe Ebene kalt plattschmieden. Die verbreiterten Enden auf das normale Maß des Drahtes zufeilen. Der Dorn sieht dann etwa wie in Bild 4 aus und ist etwa doppelt so lang wie der Fiebeldurchmesser. Anschließend wird der Dorn um einen Körner in der Dicke des Fibeldrahtes gedengelt und mit Weichlot verlötet. Das andere Ende spitzen wir durch Kaltschmieden etwas zu, um das Materialgefüge zu verdichten. Zum Schluß feilen wir uns eine saubere Nadelspitze auf den Dorn. Ist dies geschehen, bringen wir die nun fertige Nadel auf den Kreis auf und plätten die Enden so weit, das die Nadel nicht mehr herunterrutschen kann. Diese Enden können mittels Körner oder anderen Werkzeugen noch gut verziert werden. Fertig ist die erste Fibel.

Generell haben diese Fibeln nur einen Nachteil, zumindest wenn man sie für die Darstellung der Wikingerzeit verwendet. Sie gehören im Allgemeinen zur Männertracht. Sie wurden nur in ganz seltenen Fällen in Frauengräbern nachgewiesen (Marten Stenberger; Das Gräberfeld bei Ihre im Kirchspiel Hellvi auf Gotland, Seite 42, mein restliches Quellenmaterial läßt diesen Schluß auch für das übrige Skandinavien der Wikingerzeit zu).

Natürlich sind hier keine künstlerischen Grenzen gesetzt. Die hier abgebildete Fibel ist eine extrem einfache Ausführung der Fibeln mit irischem Einfluß, wie man sie in Dublin, Schottland und als Exportware auch in den skandinavischen Ländern gefunden hat. Hier fehlen “nur” die gegossenen und aufgelöteten Ringenden, die man ebenfalls in den Horten gefunden hat. Ringdurchmesser 5,5 cm, Länge der Nadel 15 cm, alle Teile Vollmessing, Gewicht 56 g.

 

Riemenschnallen

Fibeln

Kettenhemd

Nichteisenwerkstoffe der Schmiede I.2.

Nichteisenwerkstoffe der Schmiede I.2.

Metallguß

Schmiedearbeiten

 

Last Update, Heimdallson..... góa 2007 n.d.Z.