Metallguß

Nachdem ich 2004 bei den Hunsrücker Archäologietagen (HAT) meine ersten Erfahrungen mit Bronzeguß gemacht hatte, stand für mich fest, in diesem Bereich weitere Experimente zu unternehmen. In 2005 konnte ich in Foteviken (Schweden) meine Kenntnisse im Silber- und Bronzeguß dank Olof erweitern. Im Frühjahr 2006 entstand dann die erste Specksteinform. In ihr wurden Zinnbarren gegossen, wie sie aus dem Danelag (England) bekannt sind.

Für den MA-Markt in Kaiserslautern 2006 wollte ich mit Fabian und Uwe (Heidenhof) Kupfer legieren. Eine große Herausforderung - benötigt man doch zum Schmelzen von Reinkupfer ca. 1.100° C. Da wir aber kein Reinkupfer, sondern Elektrokupfer verwenden, liegt der Schmelzwert höher - etwa bei 1.200° C. Das Ziel, Kupfer mit Zinn zu Bronze zu legieren wurde in Kaiserslautern nicht erreicht. Genau genommen sind wir an ca. 150° C fehlender Hitze gescheitert !!

Fabian und Samson (Heimdallsborg)

Fabian, Samson (Heimdallsborg)

Fabian, Samson (Heimdallsborg)

Fabian, Samson (Heimdallsborg)

Die Bodenesse

Samson (Heimdallsborg) und Uwe (Heidenhof)

Fabian (Heimdallsborg) und Uwe (Heidenhof)

prüfen der Schmelze

Formen und Tiegel kühlen langsam ab

Aus Frust haben wir die Bodenesse noch einmal aufgeheizt, den Tiegel neu befüllt und 925er Silberschrott bei ca. 1.000° C zum Schmelzen gebracht. Die Schmelze wurde in eine Specksteinform gegossen und heraus kam ein kleiner Silberbarren, ähnlich den Barrenfunden in Gotland.

925er Silberbarren, Gewicht: 34,5 g Maße:

Hogrän, SHM 17612

Unsere Fehler und Erkenntnisse in Kaiserslautern:

  • Die Idee der Bodenesse war ja nicht von uns, sondern ist überliefert und z.B. in Ribe (Dänemark) nachgewiesen. In reinem Mutterboden, mit Flußsand oder Lehm ausgekleidet funktioniert das - nicht aber wenn der Untergrund aus 10 cm Mutterboden und unten drunter aus Bombenschutt besteht. Da geht die Wärme verloren.
  • Wir haben statt reiner Holzkohle Holzkohlenbriketts verwendet. Die sind zum Grillen hervorragend, zum Schmieden oder für den Metallguß absolut ungeeignet !!!!!!
  • Beim Silberguß kühlte die Schmelze zu schnell ab - wir hatten die Specksteinform nicht genügend erhitzt. Mittlerweile wissen wir - Speckstein ist im Mittel bis 1.700° C belastbar.

Die Versuchsreihe Metallguß in “A” darzubieten wird in 2007 fortgesetzt.

Riemenschnallen

Fibeln

Kettenhemd

Nichteisenwerkstoffe der Schmiede I.1.

Nichteisenwerkstoffe der Schmiede I.2.

Metallguß

Schmiedearbeiten

 



Experiment wird fortgesetzt. Stand des Scripts: 15.04.2007, 01.30 MEZ
Last Update, Heimdallson..... harpa 2007 n.d.Z.
© der Bilder: Samson,
Heidenhof, Wolfgang Philipp, Kerstin Meinhardt
© dieses Artikels bei “Samson”, D. Wutzke