Werkstoffe der Schmiede I. Nichteisenmetalle, Teil 2
Im zweiten Teil dieses Artikels will ich lediglich noch ein paar interessante Infos zur angewandten Metallurgie in Skandinavien geben:
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Nebenstehendes Foto stammt aus folgender Publikation: Das Leben der Wikinger von James Graham-Campbell, Nikol-Verlags-GmbH, 1980, ISBN 3-933203-45-7, Seite 25, © beim angegebenen Verlag
Es handelt sich dabei um zwei Speerspitzen aus Gräbern des 10. Jahrhunderts in Valsgärde/Schweden, die großzügig mit Silber- und Kupferdrähten verziert sind.
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Nebenstehende Fotos stammen aus der Publikation: Die Wikingerzeit Gotlands, II Typentafeln von Lena Thunmark-Nylén, Kungl.Vitterhets Historie och Antikvitets Akademien Stockholm, 1998, Vertrieb über Almqvist & Wiksell International, Stockholm, Schweden, ISBN 91-7402-287-3, ohne Seitenzahlen, © beim angegebenen Verlag
Tafel 241: (zum Vergrößern anklicken) Fundnummer:
- Follingbo,Vede (Stora), SHM 15928
Fundbeschreibung:
- SHM 15928
Lanzenspitze mit beschädigten Schneiden, wohl mit Schneidenecken (Typ 2); auf Hals und Tülle Silbertauschierungen (auch Kupfer erkennbar): die Tülle mit drei schmalen Querzonen, in der mittleren ein nielliertes Bandschlingentier, in der oberen und unteren Zone eine Art Treppenmuster, zwischen den schmalen Zonen flächendeckende Tauschierungen aus Kordeldrähten; Hals mit niellierten senkrechten Feldern, abwechselnd mit Bandschlaufenmustern und Runeninschriften: “Rane besitzt diesen Wurfspeer. Botfos ritzte”; Länge ca 51 cm, davon der Hals ca. 2,1 cm und die Tülle ca 13,5 cm; größte erhaltene Breite 2,7 cm.
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Tafel 238: (zum Vergrößern anklicken) Fundnummern von links nach rechts:
- Grötlingbo, Barshalder, SHM 14038
- Gothem, SHM 3046
Fundbeschreibungen:
- SHM 14038
Lanzenspitze, Typ 1 (E 3), schmales Blatt ohne Schneidenecken, an der Tülle beiderseits des Rückens Abschrägungen; auf der Tülle schmallstreifige Tauschierungen aus glatten Streifen und Kordeldrähten, abwechselnd aus Silber, Kupfer und Messing, Muster in Form von liegenden Rauten; Länge ca 37,5 cm, davon die Tülle ca. 10 cm.
- SHM 3046
Lanzenspitze Typ 1; Blatt ohne Schneidenecken; Tülle mit schmalstreifigen Tauschierungen aus Silber, Kupfer und Messing (glatte Drähte und Kordeldrähte), das Muster aus niedrigen, liegenden Rauten; Länge ca. 33,5 cm, davon die Tülle ca. 12 cm, Breite 2,4 cm.
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Vergleichbare Stücke, in denen ebenfalls Silber, Kupfer und Messing verarbeitet wurden sind die Fundnummern (nicht abschließende Auswahl):
- Akebäck, Suderbys, SHM 16822
- Alva, Ringome, SHM 23473
- Boge, Västers, SHM 19997
- Dalhem, Granskogs, SHM 5352
- Gothem, Botvalde, SHM 8479
Nebenstehendes Foto stammt aus folgender Publikation: Das Leben der Wikinger, von James Graham-Campbell, Nikol-Verlags-GmbH, 1980, ISBN 3-933203-45-7, Seite 106, © beim angegebenen Verlag
Gußform aus Geweih. Läßt sich auf Grund der thermischen Belastung nur für den Zinnguß verwenden. Mit so einer Form ist aber eine Massenproduktion von “geringwertigen” Spangen oder Fibeln möglich. Warum Schmuckstücke aus Zinn außerst selten gefunden werden liegt an den chemischen Eigenschaften von Zinn (siehe weiter oben). Man sollte bedenken, daß Zinn während der Wikingerzeit ein “Exportschlager” war - man denke hier nur an die Zinnmienen im Danelag - und eigentlich zur damaligen Zeit ein durchaus teueres Metall !
Folgende Techniken lassen sich auf Grund von Funden nachweisen:
verzinnen, versilbern, vergolden, weichlöten, hartlöten, reaktionslöten, silberlöten, ziselieren, tauschieren (zu den Techniken werde ich in naher Zukunft weitere Artikel verfassen. Wer sich vorab schon mal mehr in die Materie vertiefen will, sollte sich “Berichte über die Ausgrabungen in Haithabu, Bericht 34, Kapitel ‘Goldschmiede in Haithabu’ besorgen)
Hier bleibt den Handwerkern unter den Reenactoren noch viel Spielraum bei der Anfertigung von Schmuck und Gebrauchsgegenständen - es muß durchaus nicht unbedingt die derzeit handelsübliche DIN-Bronze sein. Für weiterführende Infos, Publikationen, Forschungsergebnisse u. ä. wäre ich dankbar. Es sollte an dieser Stelle einmal erwähnt werden, das eine Web-Page, wie ich sie (unter vielen anderen, wirklich guten und besseren Seiten) betreibe in erster Linie der Information dient und nur so gut sein kann, wie die dabei verwendeten, durch ordentliche Quellen abgesicherten Infos. Wenn ihr zu diesem Thema etwas findet, schreibt bitte an: heimdallson@heimdallsborg.de
Verwendete Quellen soweit nicht schon im Text oder in den Quellen der Heimdallsborg angegeben:
- "Ich sag Dir alles", Lexikon-Institut Bertelsmann, Bertelsmann-Verlag 1953, 1967, ohne ISBN, Seite 124 - Legierungen
- Tabellenbuch Elektrotechnik, Europa-Lehrmittelverlag, ISBN 3-8085-3026-X
- Fachkunde Elektrotechnik, Europa-Lehrmittelverlag, ISBN3-8085-3020-0
- "Römische Kampf und Turnierrüstungen" von Hermann Born und Marcus Junkelmann, Verlag Sammlung Guttmann bei Verlag Philipp von Zabern, ISBN 3-8053-1668-2)
- “Ribe zur Wikingerzeit”, Den antikvariske Samling i Ribe 1991, ISBN 87-982336-8-8
- Die Wikingerzeit Gotlands, I Abbildungen der Grabfunde von Lena Thunmark-Nylén, Kungl.Vitterhets Historie och Antikvitets Akademien Stockholm, 1995, Vertrieb über Almqvist & Wiksell International, Stockholm, Schweden, ISBN 91-7402-241-5, ohne Seitenzahlen
- Die Wikingerzeit Gotlands, II Typentafeln von Lena Thunmark-Nylén, Kungl.Vitterhets Historie och Antikvitets Akademien Stockholm, 1998, Vertrieb über Almqvist & Wiksell International, Stockholm, Schweden, ISBN 91-7402-287-3, ohne Seitenzahlen
- Die Wikingerzeit Gotlands, IV : 1 - 3 Katalog von Lena Thunmark-Nylén, Kungl.Vitterhets Historie och Antikvitets Akademien Stockholm, 2000, Vertrieb über Almqvist & Wiksell International, Stockholm, Schweden, ISBN 91-7402-307-1, 917402-308-X, 91-7402-309-8, 1093 Seiten
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Fibeln
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Nichteisenwerkstoffe der Schmiede I.1.
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Nichteisenwerkstoffe der Schmiede I.2.
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Schmiedearbeiten
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Text wird weiter recherchiert. Stand des Scripts: 26.02.2007, 12.10 MEZ Last Update, Heimdallson..... góa 2007 n.d.Z. © dieses Artikels bei “Samson”, D. Wutzke
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